7 Wege Deinen Körper zu lieben trotz Unfruchtbarkeit

Es ist komisch, in den Spiegel zu schauen und Dich selbst gar nicht wiederzukennen. Klar, ich hab’ in den letzten Jahren einige Frust-Kilos zugelegt, habe deutlich mehr Falten und in meine Mimik hat sich auch ein bißchen so etwas wie Verbitterung eingegraben. Aber ich spreche hier von etwas anderem. Der Blick in den Spiegel, der Dich denken lässt: „Wer zur Hölle ist das?“

Das fing vor ein paar Jahren an als ich die Diagnose Unfruchtbar bekam und sich in meinem Körper einfach keine Erklärung dafür finden ließ. Ich fühlte mich von meinem Körper im Stich gelassen, insbesondere bei jedem Einsetzen der Periode. Ich war umgeben von Gesundheit und sprühender Lebensfreude. Freundinnen um mich herum versprühten beides, wenn ich von ihren Schwangerschaftsverkündungen hörte. Alle konnten scheinbar einfach so ihr Leben leben, ohne Termine in der Kinderwunschklinik mit Dienstreisen und dem Zykluskalender in Einklang bringen zu müssen.

Alles war so leicht, so einfach – für die anderen!

Ich ertappte mich dabei, wie ich solche Dinge über meinen Körper dachte oder sogar sagte: er funktioniert halt nicht, mein Körper ist kaputt, ich hasse, wie mein Bauch aussieht nach den ganzen Hormonspritzen, ich hasse es, dass mein Körper so aufgequollen ist von den Wassereinlagerungen, ich hasse es, wie meine Haut sich anfühlt, er kann nicht leisten, wozu er doch eigentlich biologisch gemacht wurde, mein Körper fabriziert nur Schmerzen. Und ich realisierte, dass ich zumeist von ‚ihm‘ sprach oder ‚dem Körper‘.

Mein Körper war von einem Teil von mir zu etwas von mir ausgegrenztem geworden, das quasi gar nicht zu mir gehörte. Ein Ding, in dem ich lebte, das scheinbar dazu da war, mich zu quälen. Dieses Ding, das immer wieder neue Wege fand, mich traurig zu machen.

Und ich zeigte ihm meinen Hass, indem ich ihn vernachlässigte und mit Verachtung strafte. Dinge, die ich früher selbstverständlich getan hatte, um mich wohlzufühlen in meinem Körper waren nur noch lästige Pflicht und wo möglich abgeschafft: tägliches Eincremen mit Bodylotion – unnötig! Friseur-Besuche – nur noch, wenn absolut nicht mehr vermeidbar! Sport – ausgetauscht durch Junk-Fernsehen und Junk-Food! Du verstehst das Prinzip…

Dieser Weg ist ein Prozess – und auch ich bin da noch lange nicht am Ziel, aber ich finde wieder Wege, meinen Körper wieder lieben zu lernen.

Doch dann sah ich mich auf einer Reise seit langem mal wieder im Spiegel an, so richtig. Nicht nur oberflächlich, um mich schnell-schnell für den Tag gesellschaftsfähig zu machen, sondern ich blickte in meinen Körper hinein und gleichzeitig sah ich ihn wirklich seit langem mal wieder.

Und ich fühlte Mitgefühl.

Mitgefühl mit mir selbst. Für meinem Körper, der so hart für mich arbeitete, trotzdem ich ihn so ignorierte. Ein Körper, der mir erlaubt, meinen Hobbys nachzugehen, meine Leidenschaften und Interessen im Leben zu teilen, die Menschen zu berühren, die ich liebe, die Schönheiten der Welt zu sehen, Musik zu hören, leckeres Essen zu schmecken, zu reisen. Einen Körper, der die Hormontherapien über sich hat ergehen lassen und sich wieder einigermaßen regeneriert hat, der mir deutliche Zeichen sendet, wie er nicht behandelt werden möchte.

Da war der Punkt gekommen, wo ich begriff, dass ich nicht mehr im ständigen Kriegszustand mit meinem Körper sein wollte; ihn wieder als Teil von mir zu begreifen; zu lernen, mich wieder wohlzufühlen in meiner Haut und Frieden mit ihm zu schließen.

An dieser Stelle gebe ich also meine bisher entwickelten Tipps, wobei diese Liste sicher längst nicht vollständig ist.

1. Decke Deine negativen Selbstgespräche auf.

Ersetze negative Gedanken über Deinen Körper mit Nachrichten voller Liebe und Dankbarkeit. Wenn Du feststellst, dass Du Dich darauf fokussierst, was Dein Körper alles nicht kann, finde mind. fünf Dinge, die er Dir ermöglich zu tun oder sogar sehr gut macht. Geführte Meditationen können dabei sehr hilfreich sein, diese Gedanken für Dich umzuwandeln. Wenn Du danach googlest oder bei Spotify/ Apple Music nach geführten Meditationen suchst, findest Du zahlreiche Beispiele, um Deinen Körper wieder zu lieben oder eben sogar mit chronischen Krankheiten besser zu leben.

2. Höre darauf, was Dein Körper braucht.

Bist Du müde? Hast Du Schmerzen? Dann tu was Dir möglich ist, Deinem Körper das zu geben, was er braucht. Vielleicht brauchst Du mehr Schlaf, ein heißes Bad, ein neues Heizkissen, einen Tag Entspannung oder eine Anpassung in Deiner Ernährung. Anstatt Dich durch die Schmerzen und die Müdigkeit „durchzupushen“, schenke Deinem Körper, das was er braucht. Ich habe zum Beispiel gerade festgestellt, dass ich nicht mehr ständig diese schmerzenden, sensiblen Brüste vor meiner Periode habe, wenn ich keinen Kaffee trinke – okay, Message angekommen, trinke keinen Kaffee mehr!

3. Finde Wege, um Deinen Körper zu verwöhnen.

Buche eine Massage oder Maniküre. Oder wenn Du dir das nicht leisten kannst oder willst, verwöhnte Dich mit einem Wellness-Tag zu Hause: wohlriechende Badezusätze oder -öle, Kerzen im Bad. Genieße Dein Lieblingsessen oder -dessert. Wie auch immer so ein Verwöhnprogramm für Dich aussehen mag, tu das!

4. Nimm wieder Kontakt zu Deiner Sexualität auf.

Unfruchtbarkeit und auch damit verbundene chronische Krankheiten können dazu führen, dass wir keine Lust mehr auf Sex haben. Und damit meine ich nicht nur den Sex mit einem Partner. Ich meine damit auch, dass wir uns nicht mehr sinnlich fühlen, keinen Kontakt mehr zu unserer sexuellen Energie haben. Wenn das etwas ist, das Du auch verloren hast, identifiziere Dinge, die den Funken für Dich wieder entzünden mögen.

Kauf Dir einen neuen Vibrator. Such Dir ansprechende erotische Literatur. Kram die sexy Unterwäsche wieder ganz hinten aus der Schublade heraus oder investiere in neue. Entdecke Deinen Körper. Hör Dir sexy Songs an, die Dich anturnen. Fokussiere Dich darauf, wie sich Dinge anfühlen statt darauf wie Du aussiehst. Ganz allgemein, versuche Wege zu finden wie Du Dich weniger gestresst fühlen könntest und stattdessen mehr in Kontakt mit Deiner kreativen, spielerischen Seite. Und wenn Du das Gefühl hast, so nicht weiterzukommen, nimm auch gerne die Hilfe eines Therapeuten oder Coachs in Anspruch zum Thema Sexualität. 

5. Beweg Dich.

Suche Dir jeden tag Möglichkeiten, um Deinen Körper zu bewegen. Dabei ist es ganz egal, was das ist: geh spazieren, mach Yoga, Krafttraining oder tanze Dir nach Feierabend im eigenen Wohnzimmer den Arbeitsfrust von er Seele… völlig egal! Was auch immer Du machst, ‚benutze‘ Deinen Körper jeden Tag, fühl Dein Blut durch die Adern rauschen oder Dein Herz schlagen – so findest Du garantiert wieder eine Verbindung zu Deinem Körper!

6. Arbeite daran, Deine Schmerzen zu lindern.

Falls Deine Unfruchtbarkeit von einer chronischen Krankheit verursacht wurde, kann es gut sein, dass Du täglich Schmerzen hast und damit leben musst. Es mag auch unrealistisch für Dich sein, jemals komplett schmerzfrei zu werden. Gleichwohl solltest Du versuchen, so schmerzfrei wie möglich zu werden.

Recherchiere und mach Dich zum Anwalt Deiner eigenen Gesundheit. Ärzte (vor allem einige männliche) nehmen die Schmerzen von Frauen nicht ernst, so dass Du vielleicht etwas länger suchen musst bis Du jemanden gefunden hast, der/ die Spezialist auf dem Gebiet Deiner Krankheit ist. Gib nicht auf. Gerade mit Ernährung kann man unheimlich viel tun und ich empfehle Dir da auf jeden Fall die Bücher von Doc Fleck und Kollegen von den Erährungsdocs. Ich persönlich habe auch wahnsinnig gute Erfahrungen mit chinesischer Medizin gemacht, so dass ich Dir da die Internet-Seite meiner Ärztin ans Herz legen möchte.

7. Passe Dein Äußeres Deiner inneren (neuen?) Identität an.

Wenn Du eine so traumatische Erfahrung wie Unfruchtbarkeit mit all’ den Facetten durchgemacht hast, kann es sein, dass Dein Äußeres nicht mehr Deine Hauptpriorität war. Mir war es teilweise völlig egal, wie ich aussah, hab’ irgend eine Jeans übergezogen, meine Haare und Haut vernachlässigt. Nicht dass das jetzt wahnsinnig schlimm wäre, doch eigentlich hatte ich immer Spaß daran, mich ein bißchen zu pflegen, hübsch zu machen und stelle irgendwann fest, dass ich diesen Teil meines Seins, meiner Identität verloren hatte. Für mich war es ein Durchbruch zu einem neuen Ich als ich wieder anfing, regelmäßig zum Friseur zu gehen und meine Haare färben zu lassen.

Mittlerweile habe ich das Ziel meine neue Identität ‚Crazy Alte‘ (so nenne ich sie liebe- und respektvoll) auch nach außen hin zu zeigen und keinerlei Konventionen mehr zu akzeptieren bei der Wahl meiner Kleidung und meines Aussehens: Gesetz ist das, worauf ich Lust habe!

Vielleicht hast Du Lust auf eine neue Haarfarbe, -schnitt, ein neues Tattoo, neue Outfits… denke darüber nach, welche Aspekte Deines Äußeres Du vielleicht verändern möchtest und finde den Spaß am Experimentieren wieder!

Unfruchtbarkeit ist scheiße! Doch das liegt jetzt hinter Dir!

Es ist anders Zeit, Deinem Körper zu vergeben. Es ist anders Zeit, Dich selbst wieder lieben zu lernen und Mitgefühl mit Dir zu entwickeln.

Es ist an der Zeit, dass Du Deinen ganz individuellen ‚Vibe‘ wiederfindest.

Vielleicht helfen Dir diese Vorschläge dabei, so dass Du Dich wieder im Spiegel anschaust und Dir eine wundervolle, hübsche, coole, toughe, … (was auch immer Du da sehen möchtest) Frau entgegenschaut. Eine Frau, die Liebe verdient. Eine Frau, die ein Trauma durchlebt hat. Eine Frau, die widerstandsfähig ist. Eine Frau, die stark ist. Du.

Wie sieht es bei Dir aus? Hat die Unfruchtbarkeit bei Dir auch dazu geführt, dass Du Dich wie getrennt von Deinem Körper gefühlt hast? Was tust Du, um die Beziehung zu Deinem Körper zu heilen? Was hat für Dich funktioniert? 

Photocredit: Eric Nopanen on Unsplash

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